Noch einmal Schiffe gucken

29. Juni 2014 | Von | Kategorie: Freizeitsport

Mit 20 Ruderern zur Windjammerparade

Die Kieler Woche bittet zur Windjammerparade – und über 20 Ruderer kommen! Hatten sich am Dienstag morgen schon einige Ruderer aufgerafft, die Segelschiffe in der Hörn zu besuchen, so waren es am Samstag so viele, dass wir mit fünf Booten Richtung Adler aufbraehen, um die Segler nun in Aktion zu bewundern.

Nach freundlicher Ermahnung durch die Wasserschutzpolizei (»Bitte am Rand bleiben und kein Wettrennen mit der Gorch Fock!«) queren wir die Fahrrinne und machen uns auf den Weg Richtung Adler. Ein leichter südlicher Wind treibt einige weiße Wolken über den ansonsten noch blauen Himmel. Hinter der Heikendorfer Bucht angekommen, haben wir noch reichlich Zeit, also noch ein Stückchen weiter Richtung Laboe, bis uns die anderen Boote nach und nach wieder entgegenkommen. Als Punkt elf Uhr der Startschuss zur Parade fällt, haben sich auch die Boote des EKRC weitgehend gesammelt und erwarten die ersten Segler, die nun langsam am Horizont heraufkommen. Während wir bei selbstgemachtem Butterkuchen (Danke hierfür an Maren!) so in der Sonne liegen und die Segler warten, schweift der Blick hinüber an Land, wo die Zuschauer dicht gedrängt am Ufer stehen, um einen Blick auf die Schiffe zu erhaschen.

Wir machen uns langsam auf den Rückweg, immer der Parade entgegen. Während ich als Steuermann Richtung Kiel auf blauen Himmel schaue, werden die Minen der Ruderer immer besorgter. Ein Blick zurück erklärt mir, warum. Von Nordwesten ziehen bereits die angekündigten Gewitterwolken heran – eine eindrucksvolle Kulisse präsentiert sich uns: strahlend weiße Segel vor bedrohlich dunklen Wolken. Noch kommt keine Nervosität auf, da wir noch guter Dinge sind, Richtung Sonne davonzukommen.

Noch einmal bietet sich ein freier Blick auf die letzten Segler der Parade, als es auch Richtung Hörn langsam beginnt, zuzuziehen und im Norden die ersten Blitze über den Horizont zucken. Nun sind wir unserer Sache doch nicht mehr ganz so sicher und halten uns in Ufernähe, um bei Bedarf schnell anlanden zu können. Das Gewitter zieht zwar an uns vorbei, nicht aber der Regen. Höhe Kraftwerk öffnet der Himmel die Schleusen und ein heftiger Regenguss verwandelt die Förde in eine brodelnde graue Fläche. Die Einschläge der fetten Regentropfen hinterlassen dicke weiße Krater auf der Wasseroberfläche, ein eindrucksvolles Schauspiel das wir sicher entspannter genießen könnten, wenn wir nicht trotz Regenjacke binnen kurzem bis auf die Haut nass gewesen wären.

Zwischen unseren Füßen schwappt unterdessen knöcheltief das Wasser, welches zum Teil aus der inzwischen doch recht aufgewühlten Förde den Weg ins Boot gefunden hat, zum großen Teil aber auch als Regen einfach von oben ins Boot gekommen ist. Zügig fahren wir zum Bootshaus, wo die ersten schon im Trockenen warten.

Als wir dann die Boote und uns wieder trockengelegt haben, ist der Spuck auch schon wieder vorbei und die Sonne strahlt wieder auf die dampfenden Straßen und Wege.

Ein in vieler Hinsicht eindrucksvolles Erlebnis liegt hinter uns! Besonders hat mich gefreut, dass wir mit so vielen Ruderern und Booten fast eine EKRC-Parade aufmachen konnten, um die großen Paradeteilnehmer zu begrüßen.

Hans-Martin Hörcher

 

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