Am Mittwochabend der Kieler Woche fand auch dieses Jahr das Stadtachterrennen statt. Für die Meisten im Verein bedeutet Stadtachter die bisschen weniger als 4 Minuten Rennen an diesem Abend, doch für uns ging das Projekt schon viel eher los und so möchten wir Euch einen Einblick in unsere Reise geben.
Wir sind von Schlag nach Bug Susan Dreller, Tobias Dahlem, Helle Broockmann, Erik Marquardt, Paul Benk, Maren Bunk, Frauke Schönborn, Nina Vogler und Celina Grunwald als Steuerfrau. Unser erstes Treffen fand am 20. Mai statt und von da an trainierten wir ungefähr dreimal die Woche, wenn auch zwischenzeitlich in Zweiern oder Vierern, aber natürlich auch im Achter. Unser Ziel war es, aus unserer wild zusammengewürfelten Gruppe eine Mannschaft zu machen.
Der Weg war zwar holprig mit vielen Höhen und Tiefen, aber trotzdem merkte man stetig, wie der Achter besser lief, besser stand, jeder als Einzelperson Fortschritte machte und auch die hohen Schläge zunehmend leichter fielen und wir insgesamt mehr als Mannschaft zusammenwuchsen.
Und so lernten einige auf der Reise erst so richtig das Riemen, Backborder wurden zu Steuerbordern, mancher wanderte platztechnisch durch das Boot und vor allem waren wir sehr abwechslungsreich mit vielen Ersatzleuten unterwegs. So entstand auch die Situation, dass Tobi und Helle sich erst kurz vor dem Stadtachterrennen kennenlernten und wir das erste Mal als komplette Mannschaft ins Boot steigen konnten. Aber vielleicht wurde gerade dieses sich immer wieder neu anpassen, neu zusammenfinden zu unserer Stärke. So zeigten wir immer wieder im Training, dass auch, wenn der Start nicht gut lief oder irgendwas passierte, wir immer weiter machten und das Beste aus jeder Situation holten.
In unserem letzen Training am 21. Juni fuhren wir einmal die 1000m, um das Rennen zu simulieren und allen einen Eindruck zu geben, was uns erwartet, den „Neueren“ ein Gefühl für Rennen zu geben und letzte kleine Fehler zu finden, um diese im Rennen nicht mehr zu machen. Diese 1000m zeigten, was wir in den Wochen davor trainiert hatten. Dass wir uns im Endspurt mit der Geschwindigkeit noch steigern konnten, gab uns für das Rennen das Gefühl mit, dass wir die 1000m schaffen können und am Start noch aggressiver, mit noch mehr Einsatz losfahren können.
So gab es ab da nur noch ein paar kleine Dinge zu erledigen, Einteiler ausleihen, ausreichend essen und schlafen und an die Letzten rechtzeitig gesund zu werden. Die große Arbeit war getan.
Am Mittwoch trafen wir uns dann um 18:15Uhr, um noch ein wenig Zeit gemeinsam zu haben, bevor wir das Boot überprüften, uns noch mobilisierten und nach einer Rennbesprechung Richtung Start fuhren. Unser Ablauf war geübt und so lagen wir pünktlich am Start bereit, um ein gutes Rennen zu fahren. Bis zum Startsignal waren wir mit Ausrichten beschäftigt, um in möglichst Ideallinie die Strecke runterzukommen. Als das Startsignal ertönte, merkte man sofort den Willen von uns allen, denn alle bisher trainierten Schlagzahlen wurden übertroffen und wir schoben uns gut am Start weg. Auch über die Mitte kamen wir sehr solide und schoben uns im Rhythmus von Susans unermüdlichen Schlag voran. Richtung Ende merkten wir, dass wir den Einsatz von unserem Proberennen übertroffen hatten und wir uns mit viel Willen vor dem ARV Achter zu halten versuchten. Da wir auf Bahn 4 und der ARV auf Bahn 1 war, war der Abstand zwischen den Achtern im Kampf um den Sieg so groß, dass wir bis zum Anlegen nicht wussten, wer gewonnen hatte, zumal weder eine Zielhupe für uns noch für den ARV ertönte und wir deshalb bis zu der Zielhupe vom Germaniaachter weiterfuhren.
Trotz der Unklarheit über den Sieg war für uns alle klar, dass wir auf unserer gemeinsamen Reise viel Spaß hatten und wir mit uns zufrieden sein konnten. Als es dann hieß, dass wir gewonnen haben, war die Freude groß. Vor allem für Paul, der bewiesen hatte, dass aller guten Dinge drei sind und mit einer 100% Trainingsanwesenheitsquote glänzte.
Zum Abschluss möchten wir jetzt noch einigen Leuten danken, zunächst einmal Mark, dafür dass er uns an einigen Terminen im Motorboot begleitet hat, mit uns gemeinsam unsere Idee vom Schlag entwickelt hat und aus der Außenperspektive viel Input einbringen konnte, den man vom Steuersitz aus nicht sieht. Ebenso möchten wir uns bei Leslie bedanken, die sich anfangs mit der Gruppenbildung befasst hat, aber auch mal gesteuert hat oder Motorboot gefahren ist. Und jetzt danken wir einmal namentlich allen Helfern auf unserem Weg, ob auf Backbord, Steuerbord, mal auf der falschen Seite oder letztlich als Ausrichter am Start. Zunächst einmal unseren Vielaushelfern Laura Mews, Sebastian Mayer, Finn Harder und Theresa Bury, aber auch Gaby Schulz, Ove Westendorf, Benno Petersen, Cem Schön, Sophia Bury, Werner Lehmann, Melanie Schäfer, Hanna Rothhardt, Martin Vollack und Karo Spieß.
Bericht: Celina Grunwald
Hier ein paar Impressionen:


FSJ im EKRC