Head of the River Amstel 2019

20. März 2019 | Von | Kategorie: Aktuell, Regatta

-Bootstransport einmal anders-

Die Wettervorhersage auf der Homepage des Regattaveranstalters war alles andere als positiv und als wir am Freitagnachmittag von Kiel in Richtung Amsterdam aufbrechen sollten erfuhren wir, dass alle Samstagrennen wegen Sturm abgesagt wurden. Unsere Mädels hatten 1 Woche zuvor am Heineken Cup teilgenommen und den Achter für uns an der Bosbaan gelassen. 

Von unserer Seite waren die Zimmer bereits bezahlt – wie entscheidet sich unser Achter, wobei sich zwei bereits angeboten hatten, den Hänger zurück zu holen?

Kurze Diskussion mit einstimmigem Beschluss: wir fahren Alle wie geplant nach Amsterdam. Wir brachten es nicht übers Herz das Wochenende unserer Ehefrauen dadurch durcheinander zu bringen, dass wir nun ungeplant zuhause sein würden.

So kam es zum Bootstransport einmal anders: eine komplette Achter-Mannschaft fährt nach Amsterdam, ohne zu rudern, nur um das Boot zurück zu holen (und Spaß zu haben).

Bernd brachte uns in recht zügiger Fahrt gegen 19 Uhr bei Regen und Starkwind zum vermeintlichen Standort unseres Bootshängers.  Letzteren konnten wir nicht auffinden, was dann nach einigen Telefonaten mit unseren Mädels geklärt werden konnte – wir haben den Hänger dort gesucht wo diese ihren Achter aufgeriggert haben, nämlich bei RIC Amsterdam. Der Hänger stand aber an der Bosbaan, der Amsterdamer 2.000 m Regattastrecke.  Also typischer Fall, dass Frau es richtig sagt, aber Mann es anders interpretiert……., eben ein typisches Missverständnis.

Mittlerweile nach 21 Uhr, wir hungrig, in den Lokalen ohne Reservierung keine Chance, also zu unserem Hotel, wo uns Weyde und Rolf, die nach uns losgefahren sind an der Bar mit einem ordentlichen flüssigen Vorsprung erwarteten. Zum Glück gab’s im Hotel noch etwas zum Essen und vor allem zu Trinken…

Zum Fühstück am Samstag ging’s in ein schnuckeliges Café in Zielnähe vom Amstelhead.  Für 9 Mann gab’s nur 6 Croissants, also brüderlich teilen und mehr Brotscheiben ordern – wir futterten uns trotzdem satt. Trotz Regen und Sturm komplimentierte uns der Wirt hinaus, andere Achtermannschaften wollten unseren Tisch, na so was…

Was macht man in so einer Situation? Richtig, jetzt war Sightseeing/Kultur angesagt. Also zu Fuß in Richtung Zentrum. Vor der Heineken Brauerei wartete schon eine 200m lange Schlange auf Einlass, was uns dann in eine Guinness-Kneipe zwang, schließlich sind gewisse Grundbedürfnisse vorrangig zu befriedigen.  Im Rijksmuseum waren ordentliche Menschenmassen, wir wollten allerdings nicht bis zum Abend warten um Rembrandts Nachtwache zu sehen.

Von da an war es mit der Einstimmigkeit unseres Achters bis zum Abendessen vorbei: ein Vierer mit absolvierte eine 7 km Grachtenrundfahrt mit Zwischenstopp zum Tulpenmarkt und in ein Café und hat hier möglicherweise die Grundlage fürs Fahrtenabzeichen geschaffen – die Bedingungen können wir ja noch später abklären…So eine Grachtenfahrt ist ein Muss und so gemütlich, dass Bernd dabei eingeschlafen ist. 

Der Vierer ohne hat dann fußläufig die Altstadt erkundet. Als wir uns wieder im Hotel trafen waren wir uns einig, dass Amsterdam sehr viel Interessantes zu bieten hat und wirklich ein Besuch wert ist – das nächste Mal vielleicht mit Damenprogramm?
 
Der Ausklang mit 45cm-Pizzen und genug flüssigem Brot hat uns für zukünftige Regatten motiviert – es war trotzdem ein schönes Wochenende, wenn auch nur mit dem Ziel „Bootstransport einmal anders“.

Georg (Jogi) Moll

1 Kommentar zu “Head of the River Amstel 2019”

  1. Gaby Schulz sagt:

    Manmanman-mind. 3x gesagt, dass der Hänger an der Bosbaan steht und über denRadweg anzuhängen ist. Wer zuhört, ist eindeutig im Vorteil! Ansonsten geschlossene Mannschaftsleistung, das WE in AMS zu verbringen! Regattarudern ist eben mehr als Wettkampf!
    Gruß aus Norwegen
    Schulzens

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