Sommertour 2008

runter von der Förde – rauf auf die Elbe …
Die Sommertour vom 23. bis 30. August 2008

Von krassen Schnarchern, quietschenden Booten und brennenden Bussen

Wir sind wieder zurück. Es war eine schöne Tour in fünf Etappen auf der strömenden Elbe. Knapp 200 Kilometer liegen hinter uns. Wegen des Niedrigwassers war nur sehr wenig Schifffahrt unterwegs. Leider musste Jan »Burkhard« kurzfristig absagen.

 

Bildimpressionen

Die diesjährige Wanderfahrt ließ uns die Elbe auf dem Weg von Königstein, über Dresden, Meißen, Strehla, Torgau bis hin nach Wittenberg erkunden. Für viele war es die erste Wanderfahrt, einige waren schon häufiger dabei gewesen. Allerdings waren alle frohen Gemüts, die Wanderfahrt auf sich zu nehmen. Auf dem gesamten Gewässer der Elbe herrscht eine relativ starke Strömung von etwa zwei bis drei Knoten. Zum Zeitpunkt der Reise herrschte auf der gesamten Elbe starkes Niedrigwasser, was zur Folge hatte, dass wir auf deutlich weniger Schiffsverkehr trafen.

Tag 1: Anreise
Alles begann damit, dass wir uns frühmorgens um 7 Uhr, an der Bootshalle am EKRC einfanden. Die Boote waren bereits am Donnerstag reisefertig gemacht worden. Zwei Gruppen gab es für die Reise, die Einen sollten mit dem Sprinter fahren, die Anderen mit dem Zug. Benjamin brachte also die »Zugleute« zum Kieler Bahnhof. Dort ging es um kurz vor acht mit dem ICE zunächst nach Leipzig. Von dort dann weiter über Dresden nach Königstein. Nachdem wir am Campingplatz angekommen waren, kamen auch wenig später die Busleute an. Die Zelte wurden aufgeschlagen, die Boote für die bevorstehende Etappe klargemacht und sich auf die Suche nach einem Grill gemacht. Nachdem es endlich soweit war, genossen wir unser abendliches Grillen.
Gegen Abend sahen wir plötzlich hinter dem Campingplatz eine riesige Rauchwolke aufsteigen. Unser Bus brannte! Wenig später war dieser glücklicherweise gelöscht, dann von der Feuerwehr abgesichert. Alle Anwesenden waren zum Glück unverletzt, wenn doch geschockt. An diesem Abend schliefen vermutlich alle mit einem mulmigem Gefühl in ihren Zelten ein.

Tag 2: 1. Ruderetappe km 15,8 bis 49
Morgens um 8 Uhr wurden wir geweckt. Da fast aller Proviant den Flammen zum Opfer gefallen war, hatte Benjamin Brötchen, H-Milch und Müsli organisiert. Es wurde erstmal ausgiebig gefrühstückt.
Nachdem die Zelte abgebaut worden waren und das Gepäck im Anhänger verstaut worden war, hieß es Boote ins Wasser und los. Gesagt, getan. Bei strömenden Regen bugsierten wir vollkommen durchnässt die Boote zur Einsetzstelle. Schon beim Zuwasserlassen der Boote spürten wir die für unsere Verhältnisse unverhältnismäßig starke Strömung.
Am Stadtzentrum von Königstein vorbei wurde losgerudert. In der Ferne konnte man einen Abschleppwagen erkennen, der unseren Sprinter vom Parkplatz schaffte.
Trotz des Regens herrschten sehr gute Ruderbedingungen. Das Wasser war glatt, nur ein paar kleine Schauerböen störten das sonst so perfekte Bild. Nach etwa zehn Kilometern kam auch endlich die von so vielen ersehnte Sonne. Die ersten Steuerleutewechsel fanden statt. An den Ufern der Elbe konnten wir die wunderschöne Natur bestaunen.
Bei km 34,4 wurde die erste größere Pause eingelegt. Nach einem heißen Kakao in der Restauration des Pirnaer Ruderverein mögliche Motivationsprobleme beseitigt und es konnte weiter gehen. Vorbei am Schloss Pillnitz (km 43) ging es zum Dresdner Ruderverein bei Elbkilometer 49. Dort bekamen wir die Gelegenheit unsere Boote auf dem Gelände des Rudervereins zu lagern. Im Inneren wurde uns die Möglichkeit der Übernachtung auf drei Zimmer verteilt gegeben. Zwei dieser waren mit Matratzen ausgestattet, der Rest der Truppe musste sich seinen Isomatten begnügen. Wir ließen den Tag mit einem gemeinsamen Spaghetti-Essen und diversen Gesellschaftsspielen ausklingen.

Tag 3: Sightseeing Dresden
Gleich der dritte Tag war für eine gemeinsame Sightseeing-Tour durch die Dresdner Alt- und Innenstadt reserviert. So ging es also gleich nach dem Frühstück mit der Straßenbahn nach Dresden. Zunächst ging es in den Dresdner Zwinger, dann in Richtung Semper-Oper. Dort trennte sich Benjamin von unserer Gruppe, ein neuer Bus wartete bereits in Cottbus auf die Abholung. Die neu restaurierte Frauenkirche wurde besichtigt, ebenso die Trinitatis-Kathedrale. Nach dem »Kulturprogramm« bekamen wir die Möglichkeit uns eigenständig in der Stadt zu bewegen. Recht eintönig teilte sich die Truppe in zwei Gruppen ab, die eine fand sich bei McDonalds ein, die andere machten die Läden in der Dresdner Innenstadt unsicher.
Zur vereinbarten Zeit fanden sich wieder alle am Treffpunkt »Luther« ein, es ging wieder mit der Straßenbahn zurück zum Ruderverein. Nach ein paar Komplikationen mit dem Hackfleisch aßen wir abends noch gemeinsam.

Tag 4: 2. Ruderetappe km 49 bis 80,8
Bei schönstem Ruderwetter wurden allmorgendlich die Boote zu Wasser gelassen. An diesem Tag waren alle Bootsplätze belegt. In Richtung Dresden ging es los. In der Dresdner Innenstadt wurde eine kurze Foto- und Ruhepause eingelegt, es ereignete sich noch ein kleines Malheur mit einer grünen Fahrwassertonne, welches aber, wie sich später herausstellte, nur auf Lackbasis stattgefunden hatte.
Ein paar Dolleneinstellungen wurden an der »Schwentine« und der »Schulensee« vorgenommen, hierzu ging es kurz beim Dresdner Ruder Club an Land.
Den ganzen Tag über begleitete uns strahlender Sonnenschein und bestes Ruderwasser. Trotz der nur 32 km langen Etappe wurde noch eine längere Pause eingelegt. Der Ruderverein in Radebeul in der Nähe bat uns die geeigneten Einrichtungen.
Nach der Pause ging es munter weiter und schon bald war der Meißener Ruderclub »Neptun« in Sicht. Dort bekamen wir geeignete Flächen für die Lagerung der Boote und einen großen Raum mit genügend Betten für alle. Es wurde noch einkaufen gefahren, zu Abend gegessen und ein wenig die Zeit vertrieben. Benjamin und Lars fuhren noch unseren Anhänger nach Wittenberg. Erst weit nach Mitternacht kamen sie wieder.

Tag 5: 3. Ruderetappe km 80,8 bis 115
Der Morgen begann wie immer mit dem gemeinsamen Frühstück, danach mussten wir ein wenig das Clubhaus saubermachen, oder zumindest den von uns genutzten Teil. Gegen 10 Uhr waren wir dann aber auf dem Wasser. An diesem Tag war der Landdienst zweigeteilt, an diesem Tag übernahmen Lars und Andreas den Job. Dadurch blieb in der »Hans Tolk« an diesem Tag ein Platz frei.
Allmählich kam die Sonne heraus, das Wasser war schon wieder nahezu perfekt. Kurz vor km 100 ging es für die Hans Tolk kurz ans Ufer – Landdienstwechsel. Entgegen unserem Vorhaben dort für alle Boote eine kurze Pause einzulegen, ging es weiter. Obwohl die Stege am angestrebten Punkt für unsere Pause schon vom Berliner Ruder-Club besetzt waren, fanden wir am Fuße eines Fähranlegers noch einen mehr oder weniger geeigneten Platz für unsere Boote.
An einer großen, etwas gewöhnungsbedürftig riechenden Tierfutterfabrik vorbei, ging es weiter der 115 entgegen. Ein paar Komplikationen mit Benjamins Kamera zwingen den »Flotten Dreier« umzukehren. Er hatte seine Kamera am Steg vergessen. Für den »Flotten Dreier« ging es ohne Benjamin weiter. Er kam später zu Fuß zur Anlegestelle bei km 115. An dieser Anlegestelle, die eher einem kleinen Strand ähnelte, konnten wir problemlos unsere Boote aus dem Wasser nehmen und für die Nacht lagern.
Mit zwei Busladungen wurden wir zur etwa zwei Kilometer entfernten Jugendherberge gekarrt, das Entladen des Gepäcks hatte Andreas bereits im Rahmen des Landdienstes erledigt. Wir bekamen vier Zimmer in der Herberge zugeteilt, darunter drei Zimmer in der angrenzenden alten Mühle. Für alle außer Lasse ging es nach Beziehen der Zimmer noch ins örtliche Freibad. Abends wurde noch »totes Tier« gegrillt und im von der Herberge bereitgestellten »Fernsehzimmer« ferngesehen. Nach und nach gingen alle in ihre Kojen.

Tag 6: 4. Ruderetappe km 115 bis 155
Morgens gegen 8 Uhr geweckt und durch das reichhaltige, von der Herberge zur Verfügung gestellte Frühstück gestärkt, ging es ans Zuwasserlassen der Boote.
Vorbei am berüchtigten, doppelten Kilometer 121, ging es zum angestrebten Platz für eine Pause bei km 138. Ab nun wurde die Umgebung etwas fad, sie erinnerte stark an Nordfriesland. Schon sehr früh kam das Torgauer Schloss in Sichtweite. Nachdem wir am Torgauer Ruderverein angelandet waren, wurden wir von einem Mitglied des Clubs begrüßt, uns wurden die Räumlichkeiten gezeigt. Schlafplatz fanden wir in einer kleineren Hütte auf dem Gelände. Bald darauf kam Benjamin mit dem Bus und überreichte uns seine »organisierten« Lebensmittel: Rüben, Mais und ein ganzer Korb mit Äpfeln.
Die etwas abenteuerlichen Duschen überstanden, nahmen wir Gulasch mit Kartoffeln auf dem Balkon des Clubhauses zu uns. Mit den Äpfeln von Benjamin wurde noch ein Apfelkuchen gebacken. Die nächste, mit 57,5 km längste Etappe fürchtend, wurden nach und nach die Betten bezogen.

Tag 7: 5. Ruderetappe km 155 bis 212,5
Nach dem Aufstehen mit einem gemeinsamen Frühstück im »Großen Saal« des Rudervereins gestärkt, waren wir bereit für die letzte, längste und gefürchtetste Etappe.
Gemütlich ging es bei bewölkten Wetter los. Wenig später fing es auch noch an zu regnen und einzelne Schauerböen erschwerten uns das Rudern. Nach etwa 20 km gab es schon die erste Pause. Benjamin hatte als Landdiensthabender einen geeigneten Platz ausgewechselt, es ging weiter. Der Regen hatte erstmal aufgehört, die Sonne war sogar teilweise durch die Wolken getreten.
Eine etwas längere Pause wurde bei km 194,9 eingelegt, hier bot uns ein wunderschöner kleiner Strand Gelegenheit unsere Boote zu vergessen und sich zu entspannen.
Nur noch etwa 17 km waren es nun bis Wittenberg, was dazu beitrug, dass kaum einer noch motiviert war. Doch mit »Reisebegleiter Lars« ging es weiter. Schon bald war die pompöse Steganlage des Ruder-Clubs Wittenberg in Sicht. Die Boote waren schnell aus dem Wasser geholt. Auf einer großen Rasenfläche vor dem Club wurden die Zelte aufgebaut. Über den Gaskocher angefertigte Käsespätzle bildeten unser letztes gemeinsames Abendessen dieser Wanderfahrt. Nach dem Essen wurden die Boote gemeinsam abgeriggert, die Einzelteile wurden schon im Anhänger verstaut. Für Lisa, Lars, Jannick, Andreas, Benjamin, Jan Niklas, Lasse und Konrad ging es noch für einen kleinen nächtlichen Stadtrundgang in die Altstadt von Wittenberg. Die Schloss- und die Stadtkirche wurden (von außen) bestaunt, danach gab es für alle auf dem Marktplatz eine Runde Eis.
All die, die noch nicht müde genug waren, gingen noch eine Runde »Schiffe gucken«, der andere Teil verkroch sich schon in die Zelte.

Tag 8: Heimreise
Wie schon so viele Tage zuvor hieß es auch heute wieder um Punkt 8 Uhr Aufstehen. Nach einem ausgiebigem Frühstück musste der Bus und der Anhänger fertig gemacht werden. Die Boote waren am Tag vorher zwar schon abgebaut worden, allerdings mussten sie noch auf den Anhänger verladen werden. Dies war schnell geschehen und auch das Gepäck war schnell verstaut. Da uns durch den neuen Bus weniger Platz zur Verfügung stand, wurde ein Teil des Gepäcks unter der Plane des Anhängers transportiert.
Wie auch bei der Anreise gab es zwei Gruppen: die Bahn-Gruppe und die Bus-Gruppe. Die Bahn-Gruppe wurde zum Bahnhof gebracht, dann ging es auch für die Bus-Leute los. Die Rückfahrt verlief ruhig und ohne Zwischenfälle.
Angekommen in Kiel wurden noch die Boote wieder aufgeriggert und sauber gemacht. Mit einem gemeinsamen „Ugga–Ugga Sabber–Sabber“ beendeten wir acht tolle gemeinsame Tage.

… und wir waren dabei

  1. Inga
  2. Lisa
  3. Anne
  4. Luise
  5. Rona
  6. Liv
  7. Johanna
  8. Jannick
  9. Konrad
  10. Jan Niklas
  11. Lasse
  12. Lars
  13. Benjamin
  14. Andreas

Unsere Stationen

Die Etappenplanung im Tourmanager bei weRow.com
Als Kartenmaterial verwenden wir u. a. den Törnführer Elbe Band 1